• Remo Daguati

Kantonsratsbeschluss über das Mehrjahresprogramm der Standortförderung für die Jahre 2023 bis 2027

Aktualisiert: 20. Sept.

Der Kantonsrat hat in der September-Session den Kantonsratsbeschluss über das Mehrjahresprogramm der Standortförderung für die Jahre 2023 bis 2027 in erster Lesung behandelt. Dabei wurden auch Aufträge der vorberatenden Kommission vom 15. August 2022 diskutiert.


Ansiedlungswüste Ostschweiz

Die Regierung soll die Gründe für den überdurchschnittlich starken Rückgang der Ansiedlung von Unternehmen im Kanton St.Gallen bzw. in den Ostschweizer Kantonen vertiefter analysieren. Kaum eine Wirtschaftsregion hat so viele Ansiedlungen an andere Landesteile verloren, wie die Ostschweiz. Die Gründe für diese Ausfälle, welche auch ein wesentlicher Grund für die Ressourcenschwäche des Kantons St.Gallen sind, müssen nun aufgearbeitet werden. Zu Beginn des Jahrtausends zählte der Kanton St.Gallen noch zwischen 25 und 35 Ansiedlungen pro Jahr, 2021 liessen sich die Firmenansiedlungen noch an einer Hand abzählen. Ein Rückgang um Faktor 5 bis 7 in nur zehn Jahren, der die Regierung aber weiterhin nicht zu beunruhigen scheint. Lieber profitiert man von weiterhin von Ausgleichszahlungen aus dem Nationalen Finanzausgleich (NFA) für ressourcenschwache Regionen.


Umsetzungsmassnahmen gegen fehlende Ansiedlungen abwägen

Weitere konkrete Umsetzungsmassnahmen in Bezug auf Ansiedlungen und die Standortvermarktung sollen durch die Regierung nun geprüft werden. So soll abgewägt werden, ob eine gezieltere Kooperation mit den übrigen Ostschweizer Kantonen, die Auslagerung des Ansiedlungsgeschäfts an eine externe Organisation oder der Beitritt zu einer bestehenden grossregionalen Standortvermarktungsorganisation (so genannte «Greater Area») dazu beitragen kann, die ausgeprägte Ansiedlungsflaute im Kanton St.Gallen zu beenden.


Beste Beispiele in Luzern oder im Tessin

Die Ostschweizer Kantone kooperieren heute zwar in einer St.GallenBodenseeArea, diese Marketing-Kooperation ist aber vollkommen unwirksam und bringt keine Erfolge hervor. Der Kanton Luzern dagegen hat seine Standortförderung an eine Stiftung ausgelagert, deren Finanzierung zu mehr als 50% von der Wirtschaft getragen wird. Die Luzerner sind denn auch sehr erfolgreich: rund 25 Unternehmen werden pro Jahr im Kanton angesiedelt, also rund fünfmal mehr als der Kanton St.Gallen. Dass ein Beitritt zu einer Greater Area durchaus helfen kann, die Schwächen bei Firmenansiedlungen abzulegen, beweist der Kanton Tessin. Erst 2019 ist dieser in die Greater Zurich Area eingetreten und gehört bereits nach kürzester Zeit zu einem der erfolgreichsten Kantone, wenn es um Ansiedlungen geht. Genug Anschauungsbeispiele, wie Erfolg im Standortmarketing möglich wäre.






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